zur neuesten Augmented Reality Kampagne der Berliner Grünen. Ein hübsch gemachtes Promo-Video einer App die Wahlplakaten dazu verhelfen soll sprechen zu lernen. Eigentlich eine nette Idee, dachte ich. Ich recherchierte direkt online bei Apple, weil ich neugierig war, wie die App tatsächlich aussehen würde. Für die Umsetzung der Programmierung zeichnet sich die „metaio GmbH“ verantwortlich. Wenn man dann mal im App Store weiter schaut, für wen dieses bayrische Unternehmen sonst noch so arbeitet, so findet man so unglaublich un-Grüne Apps wie „Bunny&Me“
(Beschreibung von itunes: Das Virtual Bunny und Du – eine scharfe Fun App mit vielen Überraschungen. Schiesse Fotos von dir und deinem neuen Häschen und zeig sie all deinen Freunden! Spiel mit ihr, dreh sie, mach sie an! Was fällt dir noch ein? Lass deiner Fantasie freien Lauf!) Im Klartext kann man mit der App ein Foto was man von seiner Bekannten/Freundin/irgendeiner Frau die vorbegeht geschossen hat, so abändern, dass es die Frau darauf nackt oder zumindest in Unterwäsche erscheint. Sehr peinlich und erniedrigend dazu… die Frau trägt dann im Foto „Bunny-Öhrchen“. Sexistischer geht’s ja wohl nicht. Eine weitere App der metaio GmbH ist „AMG Magazine“(Beschreibung von itunes: Das AMG Magazin „Driving Performance“ goes App: Mit der aktuellen Ausgabe wird der mediale Kosmos von Mercedes-AMG digital erweitert. Ab sofort gibt es exklusiv für die Leser rasante Filmsequenzen, faszinierende Bilder und spannende Informationen aus der Welt von Mercedes-AMG. Im Heft hinterlegte Icons signalisieren Ihnen, wo besondere Features auf Sie warten. Nachdem Sie die Scan-Funktion an Ihrem iPhone (ab Version 3 GS) oder iPad 2 aktiviert haben, müssen Sie das Gerät nur noch vor die jeweilige Magazin-Doppelseite halten. Innerhalb weniger Sekunden können Sie in die lebendige Markenwelt von Mercedes-AMG eintauchen. )
AMG das ist die Tuning-Division von Mercedes. Der Teil der Marke der eben NICHT auf niedrige CO2-Emissionen wert legt, sondern sinnlos aufgemotzte großzylindrige Limousinen verherrlicht. Wikipedia bemerkt ganz richtig: „Mercedes-AMG entwickelt und produziert heute die leistungsstärksten Serienmodelle im Fahrzeugprogramm von Mercedes-Benz.“
Wobei „leistungsstark“ noch sehr untertrieben ist für Autos mit weit über 600 PS, die 22l im Stadverkehr verbrauchen. Und wer denkt, na gut, für die DTM sollen die das eben produzieren, der liegt falsch. AMG getunte Mercedes Fahrzeuge sind heutzutage beliebtes Toy für Großverdiener und werden ganz normal auf bundesdeutschen Autobahnen „ausgefahren“.
Zurück zum Kern. Was hat ein Typ mit AMG-getuntem Turbo-12-Zylinder-Sportwagen der auf Frauen im Bunny-Häschen-Outfit steht mit den Grünen zu tun?
Ja, DAS frage ich mich eben auch. Und ich könnte kotzen, wenn ich dran denke, dass eventuell auch die Macher dieser Apps auf diese Dinge stehen oder zumindest nichts dagegen haben und dass ich mit meinem Mitgliedsbeitrag bei den Grünen irgendwie auch diese Firma unterstütze. WARUM wird hier nicht ein Partner gesucht, der im Geschäftsalltag grüne Werte lebt?
Die metaio GmbH mit Standorten in München, San Francisco und Seoul ist eine x-beliebige Firma, die zwar über jahrelange Expertise im Bereich Augmented Reality verfügt, aber einfach für jeden arbeitet. Hauptsache die Kohle stimmt. Eine App-Nutte eben.
Warum achtet die Partei nicht darauf, solche Partner mit ins Boot zu holen, die ähnlich ticken? Seit Jahren frage ich mich, warum es bei den Grünen immer noch kein Gremium gibt, das größere finanzielle Investitionen vorab auf Herz und Nieren prüft und gezielt grüne Unternehmen anfragt?
Ebenso wie bei der Entscheidung für ein Öko-Waschmittel, was auch gut wäscht, aber eben nicht „Reinheit in Perfektion“ verspricht, wäre ich sogar dafür, einem grünen Unternehmen den Vorzug zu geben, auch wenn die App dann z.B. 10% weniger Performance hätte.
Bin gespannt auf EURE Meinung zu dem Thema.
Liebe Sabine,
AntwortenLöschenleider muss ich dir sagen, dass ich mich über deinen Artikel vermutlich mindestens genauso aufrege, wie du dich nach erstem Blick auf die Machenschaften von Metaio in deinem Artikel.
Zunächst mal: Du hast leider wirklich schlecht recherchiert. Ich könnte deine Wut zwar in Teilen nachvollziehen, wenn Metaio tatsächlich von den Berliner Grünen bezahlt worden wäre, um den Grünen ihre Augmented App zu bauen. Dies ist aber schlicht und ergreifend nicht der Fall.
Wenn du mal genauer im iTunes Store nachsiehst, findest du auch, dass nicht Metaio, sondern "Wonderkind" aus Berlin die App programmiert haben, gemeinsam mit uns als Konzepter.
Als vorbereitete Plattform für die Darstellung von Inhalten in Augmented Reality bzw. das Scannen von Plakaten haben wir das Junaio-Plugin genutzt, um die Mitgliedsbeiträge für eine extrem teure Eigenentwicklung zu sparen und zeitlich die Idee überhaupt umsetzen zu können.
Dieses wurde uns von Metaio auf Nachfrage kostenfrei zur Verfügung gestellt, es ist also nicht ein müder Euro in das Unternehmen geflossen.
Du magst recht haben, dass man sich seine Partner dennoch genauer aussuchen muss und sollte. Deine Vorwürfe finde ich aber weit hergeholt. Etwa so, als würde man einer Oma Unterstützung von Kindersoldaten unterstellen, weil sie das Sparbuch ihres Enkels bei der Deutschen Bank eröffnet.
Wenn ich gleiche, hastige Recherche mal eben umgedreht durchführe, lautet das Ergebnis wie folgt: Du nutzt den Dienst Blogspot.com für deinen grünen Blog. Uff. Ob Blogspot wohl Ökostrom verwendet?!... weiter, ein Blick auf Wikipedia genügt: laut einer Untersuchung von Sophos, einem Anbieter von Sicherheitssoftware, war Blogger 2008 mit seiner Domain blogspot.com außerdem der weltweit größte Verbreiter von Schadprogrammen....
Unterstüzt du jetzt Schadprogramme im Netz, Sabine?!...
Du weißt, was ich damit sagen will. Manche Zusammenhänge sind zu kurzfristig gedacht, um daraus einen brauchbaren Vorwurf zu stricken. Auch, wenn Metaio vielleicht nicht einmal die Nutzung ihrer Plattform verdient hätte. Das steht auf einem anderen Blatt.
Lieber Ole, die Grünen haben eine technische Dienstleistung der metaio GmbH genutzt. Unter dem offiziellen Youtube Link steht ganz klar: Mehr Infos: www.gruene-berlin.de und www.metaio.de Es gibt also eine Form der Zusammenarbeit, der Kooperation.
AntwortenLöschenJunaio ist eine Unterfirma der metaio GmbH, das hab ich selbstverständlich vorab recherchiert. Ob metaio diese Technik schon programmiert hatte oder extra für Euch programmiert hat, ist doch völlig egal. Ich schrieb „Programmierung der Kampagne“, denn auch das Plug-in für das App Store ist ja programmiert.
Umso schlimmer wenn die Grünen nichts bezahlt haben, sich also von SOLCHEN Firmen Geschenke machen lassen. Ich gebe Dir jetzt mal ein Beispiel, was übrigens so oder so ähnlich STÄNDIG bei den Grünen passiert. Z.B. gibt es da den Kölner Karneval und man braucht als Partei Kamelle (Süßigkeiten) die man werfen kann. Das Geld ist immer knapp. Darum greift man sehr gerne auf gesponserte Ware zurück. Und DAMIT wird dann 100% das Parteiprogramm verraten, denn es handelt sich natürlich um nicht-bio-nicht-fairtrade konventionelle Bonbons mit Zucker, Farbstoffen, Aromen, die komplette Palette. Verstehtste? Und JA ich finde die Oma die für ihren Enkel ein Sparkonto bei der Deutschen Bank aufmacht, begeht einen Fehler und ja sie unterstützt damit so wie ALLE anderen Konsumenten die nicht genau hinschauen aktiv das Böse in der Welt. Ich finde Du vergleichst zudem Äpfel mit Birnen. Wenn eine Privatperson für sich eine Kaufentscheidung trifft, dann macht sie das ganz privat. Da mische ich mich auch hier nicht öffentlich ein. Auch ich habe wäge im Alltag ständig ab, mach ich’s oder mach ich’s nicht. Benötige ich das oder nicht. Aber eine PARTEI die sich groß und laut „Ökologie, Umweltschutz, Frauenrechte und Genderthemen“ auf die Fahne schreibt, sollte meiner Meinung nach einfach aufpassen, wen sie beauftragt oder von wem sie Geschenke annimmt. Sowas muss öffentlich ausgeschrieben werden und erst wenn sich absolut keine Alternative findet, dann wägt man ab, ob man lieber die moderne Technik hat oder den Trend mal nicht mitmacht, weil es keine „sauberen“ Firmen gibt, mit denen man da arbeiten kann.
Meinungsäußerungen, Einschätzungen, usw. sind hier erwünscht! Anonyme Kommentare schalte ich jedoch nicht frei. Soeben postete jemand anonym "dass Metaio lediglich den AR-Browser geliefert hat." Nochmal: Egal WAS diese Firma liefert, diese Firma wird im Zusammenhang mit den Grünen genannt, also erwarte ICH auch, dass diese Firma selbt grüne Werte lebt, also ihre Technologie nicht für frauenfeindliche Apps und für Tuning-Firmen zur Verfügung stellt. JA, das geht, mann KANN sich einen "code of conduct" selbst basteln. Machen noch nicht so viele, ist aber möglich. Einmal ist es nämlich "nur" der Browser, dann "nur" die Software, dann "nur" das Kurierunternehmen usw. Ich möchte besonders die GRÜNEN dafür sensibilisieren, dass sie sich alle Partner genau anschauen und sehen ob sie ihren Wertvorstellungen entsprechen. Immer und überall wo Geld ausgegeben wird, oder BARTER-Deals laufen oder man ein Geschenk annimmt.
AntwortenLöschenIch finde Sabine hat Recht. Mit reiner Realpolitik ohne auf Grundsätze zu schauen, werdet ihr keine Wahlen gewinnen. Das handeln der Mitglieder sollte vorbildlich sein, das wäre mal ein Anspruch. Scheiss aufs Geld und die App firma hat ja durch die Grünen ne tolle Werbung auch ganz kostenlos. Da wurde sicherlich gedealt, sonst hatte sich der junge Mann hier nicht so auf den Fuß getreten dargestellt..Schmierentheater mein Leiber hat noch nie geholfen..
AntwortenLöschenLiebe Sabine, deine Kritik kann ich gut verstehen, die genannten Apps sind keine Glanzleistungen im inhaltlichen Sinne. Aber bitte zieh auch Ole´s Erklärungen in Betracht, die sich noch weiter spinnen lassen: Privat oder als Partei oder als Unternehmen dürftest du demnach: nicht auf Facebook kommunizieren, kein Google-Produkt nutzen, kein Apple-Produkt nutzen, eigentlich auch kein Android-Telefon - noch nicht mal das Internet. Die Technologie ist nur der Träger (!) für verschiedenste Angebote, Inhalte, Themen und Junaio hat uns hier ebenso zwei Funktionen zur Verfügung gestellt (AR-Ansicht und Bildscan). Ich mach dir gern eine Liste mit 10 weiteren technischen Anbietern und dann fragst du mal quer durch deinen Verband, ob die das alles ausgeschaltet haben. Du siehst, ich kann mich gegen deinen Vorwurf gar nicht verwehren und sehr gerne schauen wir uns beim nächsten Mal die interessanten Kollegen von ecoScan und Social2 an. Gerade in der IT-Welt gibt es da noch viel aufzurollen. In diesem Fall wäre die App ohne Junaios Unterstützung nicht möglich gewesen - finanziell und technologisch. Ich entscheide mich auch täglich bewusst gegen Ecosia, weil Google mir die besseren Ergebnisse liefert. Wenn du mich fragst, ob ich lieber ein cooles Tool für direkte Bürgerbeteiligung baue, für eine Partei, die nach meiner Meinung eine ganze Hauptstadt ökologischer aufbauen will - was enorme Strahlkraft hätte für die ganze grüne Bewegung - oder es wegen einer Bunny-Affäre bleiben lasse... ich würd´s wieder machen.
AntwortenLöschenLieber Axel. Das hat nichts mit Schmierentheater zu tun. Wir haben lediglich versucht, eine technische Plattform zu finden, auf der wir die Probleme Berlins in unserer Umgebung darstellen können - und das binnen kurzer Zeit technisch umsetz- und lösbar. In der auf dieser Basis entwickelten Applikation werden seit einigen Wochen inzwischen mehr als 400 Problempunkte Berlins gemeldet, darunter etwa auch fehlende Fahrradwege, Massentierhaltungs-Betriebe, Spielhallen und andere ökologische und/oder soziale Schieflagen in Berlin. Grüne Kandidaten antworten auf diese Meldungen oder besuchen die Probleme vor Ort, um eine gemeinsame Lösung zu finden.
AntwortenLöschenRichtig ist, dass bestenfalls alle - und ausdrücklich nicht nur die Grünen - selbst bis hin zur Auswahl einer technischen Plattform zur Realisierung einer solchen Idee die Augen offen halten sollten, um zu vermeiden, dass ein Anbieter, der sich an anderer Stelle nicht richtig verhällt, nicht auch noch Unterstützung erfährt, sei es durch Werbung oder finanzielle Vergütung.
Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass Sabine mit zweierlei Maß misst und hier den Kern der Sache verfehlt bzw. aus dem Kontext heraus gehoben falsch darstellt. Im Titel steht "Berliner Grüne beauftragen App-Nutte". Das hat nicht nur von der Formulierung her Bild-Zeitungs-Niveau, sondern ist wie ich bereits sagte auch faktisch leider schlichtweg falsch.
Verwendet wurde ein Plugin namens "Junaio", das von einer Firma programmiert wurde, die auch andere Apps, u.a. die oben genannten baut.
Dieses wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt, andernfalls hätte eine solche Applikation weder finanziell noch im gegebenen Rahmen realisiert werden können. Ziel ist es, damit grüne Inhalte zu vermitteln.
Sabine vergleicht das mit geschenkten Billig-Bonbons im Kölner Karneval und rät auf Facebook dazu, "grüne" App-Entwickler zu wählen beim nächsten Mal. Ich kann darauf nur abermals erwidern: Einen grünen App-Entwickler gibt es nicht. Es mag Anbieter geben, die keine Porno-Bunnies programmieren und Öko-Strom nutzen. Aber alleine iPhones selbst sind ökologisch wie sozial genau genommen schon nicht vertretbar. Ebenso wenig übrigens sämtliche Handys, in denen Erze wie Coltan verarbeitet werden. Zum iPhone lest bitte gern: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,696991,00.html
http://handy-sparen.de/wie-gruen-ist-dein-iphone-eigentlich-infografik/
Schön, dass Sabine trotzdem für den grünen Unternehmensverband Apps entwickeln möchte und da "grüne" Entwickler angefragt hat- offenbar für ein Mobiltelefon, das selbst überhaupt nicht ökologischen und sozialen Standards gerecht wird. Warum? Na, weil trotzdem ökologische Inhalte vermittelt werden sollen, ist doch gut!
Was ich damit sagen will: Der Zweck heiligt sicher nicht immer die Mittel. Aber ich halte es für sehr grenzwertig, so pauschal die Grünen abzukanzeln, weil sie eine Software nutzen von einem Dienstleister, der auch mal eine dämliche sexistische Software gebaut hat. Ich verweise nochmal auf das Beispiel Google: Google stellt neutral "bösen" wie "guten" Organisationen die Möglichkeit zur Verfügung, Werbung zu schalten. Die einen bezahlen dafür viele Tausend Euro im Monat (etwa Modemarken wie EdHardy oder auch Konzerne wie CocaCola), die anderen erhalten Google Grants und werben um Spenden für Flüchtlingshilfe in Somalia. Wollt Ihr da etwa ernsthaft sagen, dass dies falsch ist, weil Google auch sehr viel "schweinkram" unterstützt?...
Das ist mir zu kurz gedacht. Und wie gesagt einseitig.
Ich kann die erse Aufregung von Sabine verstehen, die Richtigstellung von Ole, dass da vielmehr auf eine technische Plattform (kostenlos) zurückgegriffen worden ist, ist für mich aber plausibel und verständlich.
AntwortenLöschenWenn wir uns das Internet betrachten, sind wir an einem gewissen Punkt angekommen: Wir sind abhängig von Unternehmen wie Facebook und Google, die ein Monopol auf unsere persönlichen Daten haben, wahrscheinlich auch mehr über uns wissen, wals wir selbst. Da werden Suchanfragen, Freundeskreise, Netzwerke, Vorlieben gespeichert und ausgewertet. Nicht umsonst tobt gerade wieder die Debatte um die Legalität von einigen Facebook-Angeboten.
GWer ganz konsequent für den Datenschutz eintritt, so wie es die GRÜNEN nun mal tun, der muss sagen: Wir verzichten auf Google, Facebook, Twitter, FlickR, Youtube & Co.
Dass das scheinbar nicht geht, zeigt ja selbst dieser Blog, der nicht nur auf einer Google-Plattform läuft, sondern auch noch Google-Analytics einsetzt und wahrscheinlich darin nicht die IP-Adressen anonymisiert. Und immerhin ist das hier nicht irgendein Technik-Blog, sondern einer der dem Bereich Nachhaltigkeit zugeordnet werden kann, der also moralisch solche Plattformen nicht unterstützen kann.
Worauf ich dabei hinaus will: Das gleiche gilt für die App-Entwicklung. Die Kritik von Sabine ist nicht von der Hand zu weisen, gleichzeitig würde dies aber bedeuten, gar keine App anzubieten (erst recht nicht für iOS). Und mit der selben Konsequenz müsste dieser Blog abgeschaltet werden und der Beitrag hätte niemals auf Facebook gepostet werden dürfen.
Was wir davon letztendlich lernen: Die Welt besteht aus Grautönen und nicht nur aus schwarz-weiß denken. Natürlich nutzen GRÜNE auch Facebook, aber eben bewusst - setzen z.B. die Fanboxen nicht auf ihren Websites ein und benutzen zum besuchertracking kein GoogleAnalytics. Und in diesem Zusammenhang ist die Argumentation von Ole voll nachvollziehbar.
Danke für die Kommentare und Erklärung wie es dazu kam usw. von Daniel und Ole. Das Ganze hat eine Vorgeschichte, die ich jetzt hier auch mal kundtun will. 1. Ich war selbst über 2 Jahre lang aktiv für die Grünen. Vorsitzende Innenstadt und dann auch Parteitagsdelegierte. Was mir in der Zeit untergekommen ist, hat meinen "Glauben" an eine ökologische grüne Partei einfach total erschüttert. Oft war das Catering z.B. bei den Parteitagen KOMPLETT nicht bio. Stattdessen gab es Langnese Eis und Coca-Cola dazu Fleisch aus Massentierhaltung usw. Die Organisatoren argumentierten dann meist damit, dass öko zu teuer gewesen sei oder "der Hallen-Caterer das nicht kann" usw. Die Grünen Sachsen hatten T-Shirts von Fruit of the Loom im Angebot auf die sie ihre grünen Botschaften druckten und in den meisten Kreisverbandsbüros in denen ich war gab es keinen Ökostrom, keine Bio-Handseife und auch kein Bewußtsein für "nachhaltigen Konsum". Leider. Meine Freundin Sabine und ich haben uns dann für die Bildung einer „Kommission Nachhaltiger Konsum“ stark gemacht http://www.gruene-partei.de/cms/partei/dok/254/254672.bildung_einer_kommission_nachhaltiger_ko.htm
AntwortenLöschenDiese wurde dann auch gegründet und wir beide waren auch Mitglieder dieser Gruppe. Ehrenamtlich haben wir über mehrere Monate zusammen mit anderen Grünen einen Leitfaden entwickelt. Kurz nach der Fertigstellung des Leitfadens gab es dann im Wahlkampf z.B. grüne Kondome. Also die Farbe war grün… das Material war es nicht. OBWOHL es dort schon Fair-Trade Latex aus Sri Lanka gab. Parallel dazu verkauften die Grünen im Online-Shop einen grüne Fahrradsattelschutz. Hergestellt irgendwo (vermutlich China) von irgendwem und aus einem nicht näher definierten Kunsstoff hergestellt. Es ist den Verantworltichen von B90/Die Grünen einfach viel zu oft egal oder sie sind nicht achtsam was ihren Konsum angeht.
Ich erwarte von einer Partei einfach viel mehr. Sie sollen Visionäre sein und Vorreiter. Gerade jetzt, wo das große Thema Abschaffung der Atomkraft nun common sense ist, würde es den Grünen gut tun, mal wieder etwas ökologischer zu werden. Selbst intern. Nur das ist glaubwürdig.
Ja, Sabine. Dann sollten wir vielleicht beim letzten Catering der Utopia-Konferenz anfangen... :-) Das war weder bio, noch fleischlos, soweit ich mich entsinne... aber gut, es gibt eben viel zu tun. Bei den Grünen, bei allen anderen ebenso. Lassen wir es dabei bewenden. Wir versuchen jedenfalls, unseren Beitrag zu leisten, dessen kannst du dir sicher sein :-)
AntwortenLöschenNaja, zum Glück haben die Grünen weit mehr als das Atomthema, jetzt geht´s ja gleich wieder darum, dass nicht alle Welt Kohle-KWs hinterher baut! Die "Komission Nachhaltiger Konsum" ist doch ein konkreter, toller Ansatz, das werde ich an unsere grünen Ansprechpartner in Berlin leiten!
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